15.04.2019Gedenken an Befreiung des KZ Sachsenhausen | 040/2019

Neues Fenster: Bild - 74. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen - vergrößern Gedenkveranstaltung

Oranienburg – Heute wurde in einer feierlichen Gedenkveranstaltung in Oranienburg am ehemaligen Außenlager Klinkerwerk an die Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen erinnert. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter, der tschechische Botschafter Tomáš Jan Podivínský und Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, richteten Grußworte an die Anwesenden, darunter auch Überlebende und Mitglieder des Internationalen Sachsenhausen Komitees.

Innenminister Karl-Heinz Schröter betonte, es sei „wichtig, die Erinnerung wachzuhalten. Denn nur aus der Erinnerung an Vergangenes können wir Lehren für unsere Gegenwart und unsere Zukunft ziehen. Und nur durch unser Handeln können wir zeigen, dass wir wirklich gelernt haben aus unserer Geschichte. Die Gräueltaten von damals sind unvorstellbar. Aber sie sind geschehen und sie sind wiederholbar. Damit das nicht wieder geschieht, erinnern wir heute an das Leid der Opfer.“

Der Minister zitierte in diesem Zusammenhang Willy Brandt, der kurz vor seinem Tod 1992 gesagt hat: „Wo immer schweres Leid über die Menschen gebracht wird, geht es uns alle an. Vergesst nicht: Wer Unrecht lange geschehen lässt, bahnt dem nächsten den Weg.“

Seit dem Spätsommer 1938 mussten Häftlinge des KZ Sachsenhausen unweit der Lehnitzschleuse bei Oranienburg ein großes Ziegelwerk errichten, um die Baustoffe für die gigantischen Bauvorhaben der NS-Führung in der Reichshauptstadt Berlin zu liefern. Dazu trieb die SS täglich bis zu 2.000 Häftlinge unter den Augen der Oranienburger Bevölkerung über die Kanalbrücke ins Klinkerwerk. Auf dem Rückweg führten die Häftlinge einen mit den Todesopfern des Tages beladenen Karren mit sich. Mit der Einrichtung eines Barackenlagers bekam das Klinkerwerk 1941 den Status eines selbständigen Außenlagers. Ab 1943 nutzte die SS das Gelände für die Rüstungsproduktion.

In den Öfen des Klinkerwerks wurden Granatenrohlinge geglüht. Der alliierte Bombenangriff vom 10. April 1945 zerstörte das „Außenlager Klinkerwerk“ fast vollständig. Dabei kamen zahlreiche Häftlinge ums Leben. Bis heute befinden sich im Boden des Geländes sowie im davor liegenden Kanal die sterblichen Überreste zahlreicher Opfer.

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Gedenken an Befreiung des KZ Sachsenhausen

Verantwortlich: Ingo Decker

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