19.07.2018Gedenken an Henning von Tresckow in Geltow | Nr. 073/2018

Geltow - Innenstaatssekretärin Katrin Lange hat heute einen von der Landesregierung gestifteten Kranz im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zu Ehren Henning von Tresckows im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow niedergelegt. Die Angehörigen des Einsatzführungskommandos und geladene Gäste gedachten der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das Kommando ehrte dabei besonders Generalmajor Henning von Tresckow als einen der führenden Köpfe des militärischen Widerstandes gegen Hitler. Er ist der Namensgeber der Kaserne im Ortsteil Geltow der Gemeinde Schwielowsee (Landkreis Potsdam-Mittelmark).

Innenstaatssekretärin Katrin Lange erklärte hierzu: „Henning von Tresckow gehörte zu jenen hohen Offizieren der Wehrmacht, die sich im Laufe der Zeit zu entschiedenen Gegnern Hitlers und des Nationalsozialismus wandelten. Früher als andere seiner späteren Mitverschwörer ahnte er die verhängnisvollen Folgen der Politik Hitlers für Deutschland und ganz Europa voraus. Seine Zweifel an der deutschen Staatsführung begannen spätestens in den 30er Jahren im Zusammenhang mit dem judenfeindlichen Pogrom im November 1938. Am Ende sollte sich von Tresckow zu einem der wichtigsten und entschlossensten Akteure des militärischen Widerstands entwickeln, der bereit war, auch persönlich den letzten Einsatz zu wagen. Es war diese Einstellung, die ihn damals erklären ließ: ‚Das Attentat (auf Hitler) muß erfolgen, coûte que coûte.‘“

Lange sagte weiter: „Zur Wahrheit gehört, dass Tresckow und seine Mitverschworenen nur eine Minderheit in der Wehrmacht darstellten, während die große Mehrheit ihrer Offizierskameraden aus falsch verstandenem Pflichtgefühl oder Verblendung bereit war, mit Hitler buchstäblich bis in den Untergang zu marschieren. Tresckow und seine Mitstreiter dagegen folgten der Maxime, die auf dem Grabstein des preußischen Generals von der Marwitz, der nach der Überlieferung einen Befehl Friedrichs des Großen verweigerte, verewigt ist: „Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte.“ Tresckows Vermächtnis in Ehren zu halten ist die wichtigste Botschaft des heutigen Gedenktages, an dem wir zugleich allen Opfern der nationalsozialistischen Tyrannei gedenken.“

Das Innenministerium hat einen großen Konferenzsaal in seinem Dienstgebäude nach Henning von Tresckow benannt. Das Ministerium befindet sich in der Potsdamer Innenstadt in der Henning-von-Tresckow-Straße in unmittelbarer Nähe der Liegenschaft, die früher das Infanterieregiment 9 beherbergte, in dem auch von Tresckow diente.

Neben dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, waren Angehörige der Familie Tresckow sowie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei, der Vizepräsident des brandenburgischen Landtags, Dieter Dombrowski sowie Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs Gäste der Veranstaltung.

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Gedenken an Henning von Tresckow in Geltow

Verantwortlich: Ingo Decker

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