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22.03.2021

| Landespräventionsrat (Meldungen)

Trendaussagen zu Schwerpunkten der Präventionsarbeit im Land Brandenburg

Logo Landespräventionsrat Brandenburg
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Am 8. März 2021 stellte der Innenminister des Landes Brandenburg, Herr Michael Stübgen, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2020 des Landes vor.

Auf einige Kernaussagen, die für die Kriminalprävention im Land von besonderer Bedeutung sind, soll dieser Artikel in Kurzform eingehen. Die ausführliche Präsentation zur PKS aus der Pressekonferenz vom 08. März 2021 finden Sie hier: Präsentation zur PKS aus der Pressekonferenz vom 8. März 2021 herunterladen.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt ca. 163.000 Straftaten registriert (2019: 172.000 Fälle). Das entspricht einem Rückgang von ca. 9.000 Straftaten bzw. 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. Daraus lassen sich jedoch keine generalisierbaren Aussagen ableiten. Vielmehr hatte die Corona-Pandemie z.B. erhebliche Auswirkungen auf Tatgelegenheitsstrukturen, was maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen hat.

Sowohl die Zahl der Körperverletzungen als auch die Gewaltkriminalität insgesamt sind im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Wie zu befürchten war, mussten im Zusammenhang mit Corona negative Auswirkungen insbesondere im Bereich der Häuslichen Gewalt festgestellt werden.
Mit der Pandemie gingen und gehen erheblich reduzierte soziale Kontakte und ein eingeschränkter Zugang zu Hilfsangeboten einher. Bei der Häuslichen Gewalt war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von rund 20 % im sog. Hellfeld zu verzeichnen.
Das Projekt „Nebenan knallt´s“ des Netzwerks der Brandenburgischen Frauenhäuser e. V. trägt mit einer Online-Kampagne dazu bei, dieses Thema weiter in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Gesellschaft darf nicht wegschauen und dieses Thema als familieninterne Angelegenheit abtun. Die Auszeichnung mit dem Landespräventionspreis 2020 war eine bewusste Anerkennung eines großartigen Projektes.

Die Anzahl der tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden ist insgesamt leicht rückläufig, was allerdings auch mit den Schließungen der Schulen und sonstigen Kinder- und Jugendeinrichtungen in Zusammenhang zu bringen ist. Mobbing- und Gewaltvorkommnisse finden häufig dort statt, deshalb darf die Antimobbingarbeit und Gewaltprävention in Schulen nicht vernachlässigt werden! Kinder und Jugendliche als Opfer erleben oft das Gefühl des Alleingelassen-Seins und glauben, sich niemandem anvertrauen zu können.
Um diesem Gefühl entgegen zu wirken, wurde die Social Media Kampagne „Wir hören dir zu“, geplant, koordiniert und durchgeführt durch die Fachstelle Kinderschutz des Landes Brandenburg, getragen durch die Start gGmbH, ins Leben gerufen, die durch den LPR finanziell gefördert wird.

Die Betrugsstraftaten zum Nachteil von Seniorinnen und Senioren, insbesondere bezogen auf Betrug durch falsche Polizeibeamte und den sogenannten Enkeltrick, sind insgesamt weiterhin sehr hoch. Aufgrund angepasster Erfassungskriterien ist eine 1 zu 1 – Vergleichbarkeit der Fallzahlen 2020 zu den Vorjahren nicht möglich. Diese Straftaten sind vor allem deshalb so verheerend und schlimm, weil sie absichtlich die Gutmütigkeit älterer Menschen missbrauchen und das Vertrauen der älteren Menschen in die Polizei erheblich zu erschüttern vermögen.
Der LPR erarbeitet derzeit im engen Zusammenwirken mit dem Polizeipräsidium des Landes BB Informationsmaterialien für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren, die auf diese Betrugsmaschen eingehen und mit gezielten Verhaltenstipps einen Beitrag zur Verhinderung derartiger Straftaten leisten sollen. Die Veröffentlichung dieser Materialen ist für das 2. Quartal 2021 vorgesehen.

Ident-Nr
Landespräventionsrat (Meldungen)
Datum
22.03.2021
Rubrik
Landespräventionsrat (Meldungen)
Verantwortlich
Geschäftsstelle Landespräventionsrat Brandenburg , lpr@­mik.brandenburg.de
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Datum
22.03.2021
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