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Online-Fachtag vom 24. November 2021

Headerbild anlässlich der Fachtagung der LPR brandenburg und Sachsen
Foto: © Андрей Яланский - stock.adobe.com
Headerbild anlässlich der Fachtagung der LPR brandenburg und Sachsen
Foto: © Андрей Яланский - stock.adobe.com

Stärkung der Demokratie:
Was kann (Kriminal-)Prävention leisten?

Die Veranstalter des Fachtages – die Landespräventionsräte Brandenburg und Sachsen – wussten sowohl um die Größe als auch um die Bedeutsamkeit des Themas.

Ausgangspunkt waren vergleichbare bundesländerübergreifende gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene. Der Fachtag sollte sich praxisorientiert der Frage widmen, wie ein demokratisches Gemeinwesen mit alten und neuen Herausforderungen politischer Extrempositionen umgehen kann oder sollte. Bis wann ist das Miteinander-Reden sinnvoll und ab wann sind „Rote Linien“ überschritten? Eine Akzentuierung lag hierbei auf dem ländlichen Raum.

Die zentrale Frage für die Ausrichtenden ist vor und nach einer Veranstaltung die gleiche: Werden wir bzw. haben wir das Ziel erreichen können?

Stärkung der Demokratie:
Was kann (Kriminal-)Prävention leisten?

Die Veranstalter des Fachtages – die Landespräventionsräte Brandenburg und Sachsen – wussten sowohl um die Größe als auch um die Bedeutsamkeit des Themas.

Ausgangspunkt waren vergleichbare bundesländerübergreifende gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene. Der Fachtag sollte sich praxisorientiert der Frage widmen, wie ein demokratisches Gemeinwesen mit alten und neuen Herausforderungen politischer Extrempositionen umgehen kann oder sollte. Bis wann ist das Miteinander-Reden sinnvoll und ab wann sind „Rote Linien“ überschritten? Eine Akzentuierung lag hierbei auf dem ländlichen Raum.

Die zentrale Frage für die Ausrichtenden ist vor und nach einer Veranstaltung die gleiche: Werden wir bzw. haben wir das Ziel erreichen können?

  • Informationen zu den Vorträgen

    Der Innenminister des Landes Brandenburg, Michael Stübgen, hob in seinen einführenden Worten das besondere Format des Fachtages hervor. Das Besondere lag weniger in der Online-Umsetzung, sondern vielmehr in der erstmaligen gemeinsamen Ausrichtung einer sol-chen Veranstaltung der beiden Länder. In seiner Rede standen Pluralismus und wehrhafte Demokratie, das Ringen um Positionen und das Setzen von Grenzen im Mittelpunkt.

    Der Sächsische Staatsminister des Innern, Prof. Dr. Roland Wöller, betonte den hohen Stellenwert von Kommunikation, gerade in einer Zeit, in der von Extremisten neue Anknüpfungspunkte zur Mitte der Gesellschaft gefunden werden. Er warb für einen ganzheitlichen Ansatz der Kommunikation, Prävention und Repression sowie für eine enge Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen im Umgang mit Extremismus.

    Bewusst startete der Fachtag mit wissenschaftlichem und erfahrungsbezogenem Input. Die erhoffte Heterogenität in den Schwerpunktsetzungen und Pointierungen der Referenten war gut zu erkennen.

    Prof. Dr. Werner Patzelt rückte dem Titel seines Vortrags gemäß die „Gespaltene Gesellschaft?!“ in den Mittelpunkt. In gewohnt pointierter Art entwickelte Prof. Dr. Patzelt im Laufe seines Vortrages das Fazit „Spannungen in der Gesellschaft: ja; Spaltungen in der Gesellschaft: nein“.

    Frank Richter, Mitglied des Sächsischen Landtags, setzte sich mit der Frage „Mit Demokratiegegnern reden? – Dialogbereitschaft in der demokratischen Gesellschaft“ auseinander. In einem sehr lebendigen Vortrag präsentierte er unterschiedliche Schlaglichter auf unsere gesellschaftliche Verfasstheit.

    Die „Roten Linien in der demokratischen Gesellschaft“ waren das Thema von Dr. Michael Kohlstruck (TU Berlin). Dass sie erforderlich sind, hob Herr Dr. Kohlstruck ebenso hervor, wie die Notwendigkeit einer breiten Akzeptanz. Sie sollten nicht unbegründet früh gesetzt werden. Relevant sei dabei auch, welcher Akteur sie mit welcher Absicht zu ziehen gedenkt.

    Der Innenminister des Landes Brandenburg, Michael Stübgen, hob in seinen einführenden Worten das besondere Format des Fachtages hervor. Das Besondere lag weniger in der Online-Umsetzung, sondern vielmehr in der erstmaligen gemeinsamen Ausrichtung einer sol-chen Veranstaltung der beiden Länder. In seiner Rede standen Pluralismus und wehrhafte Demokratie, das Ringen um Positionen und das Setzen von Grenzen im Mittelpunkt.

    Der Sächsische Staatsminister des Innern, Prof. Dr. Roland Wöller, betonte den hohen Stellenwert von Kommunikation, gerade in einer Zeit, in der von Extremisten neue Anknüpfungspunkte zur Mitte der Gesellschaft gefunden werden. Er warb für einen ganzheitlichen Ansatz der Kommunikation, Prävention und Repression sowie für eine enge Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen im Umgang mit Extremismus.

    Bewusst startete der Fachtag mit wissenschaftlichem und erfahrungsbezogenem Input. Die erhoffte Heterogenität in den Schwerpunktsetzungen und Pointierungen der Referenten war gut zu erkennen.

    Prof. Dr. Werner Patzelt rückte dem Titel seines Vortrags gemäß die „Gespaltene Gesellschaft?!“ in den Mittelpunkt. In gewohnt pointierter Art entwickelte Prof. Dr. Patzelt im Laufe seines Vortrages das Fazit „Spannungen in der Gesellschaft: ja; Spaltungen in der Gesellschaft: nein“.

    Frank Richter, Mitglied des Sächsischen Landtags, setzte sich mit der Frage „Mit Demokratiegegnern reden? – Dialogbereitschaft in der demokratischen Gesellschaft“ auseinander. In einem sehr lebendigen Vortrag präsentierte er unterschiedliche Schlaglichter auf unsere gesellschaftliche Verfasstheit.

    Die „Roten Linien in der demokratischen Gesellschaft“ waren das Thema von Dr. Michael Kohlstruck (TU Berlin). Dass sie erforderlich sind, hob Herr Dr. Kohlstruck ebenso hervor, wie die Notwendigkeit einer breiten Akzeptanz. Sie sollten nicht unbegründet früh gesetzt werden. Relevant sei dabei auch, welcher Akteur sie mit welcher Absicht zu ziehen gedenkt.

Es machte Freude, den unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen lauschen zu dürfen. Die Vorträge vermittelten sehr viele interessante Erkenntnisse und konkrete Denkan-stöße für notwendige gesellschaftliche Debatten, aber auch für die sehr konkrete Arbeit.

Was der Vormittag an spannendem Input lieferte, brachte der Nachmittag an reflektierten Praxiserfahrungen. Die mit Bedacht gewonnenen Referierenden gaben in zwei parallel ausgerichteten Foren anregende Impulsvorträge.

Es machte Freude, den unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen lauschen zu dürfen. Die Vorträge vermittelten sehr viele interessante Erkenntnisse und konkrete Denkan-stöße für notwendige gesellschaftliche Debatten, aber auch für die sehr konkrete Arbeit.

Was der Vormittag an spannendem Input lieferte, brachte der Nachmittag an reflektierten Praxiserfahrungen. Die mit Bedacht gewonnenen Referierenden gaben in zwei parallel ausgerichteten Foren anregende Impulsvorträge.

  • Informationen zu den Foren

    Das Forum A „Die Menschen mitnehmen im ländlichen Raum: Probleme, Sprache und Dia-log“ konnte mit Frau Marion Prange (Bürgermeisterin Ostritz) und Herr Bernd Stracke (Institut B3) zwei profunde Kenner darüber zu Wort kommen lassen, wie es ist, wenn ein Ort „auf einmal“ begehrter und bundesweit bekannter Anlaufpunkt für rechtsextremistische Aktivitäten wird. Das sehr couragierte Vorgehen der Kommune zeigte einerseits auf, wie mit einer solchen Entwicklung umgegangen werden kann, andererseits aber auch wieviel Kraft, Ausdauer und Enthusiasmus erforderlich ist.
    Frau Susanne Springborn (Landessportbund BB) referierte sehr anschaulich und beispielhaft zur Rolle des Sportvereins im lokalen (Sozial-)Raum. Mit ihren Ausführungen gab sie lebensnahe Einblicke in Probleme, die wohl keine Einzelfälle mehr sind. Sie konnte dabei deutlich machen, wie wichtig zuallererst die Kommunikation ist.
    Moderiert wurde dieses Forum von Markus Klein (Geschäftsführer demos).

    Das Forum B „Gesellschaft & Corona: Wie gelingt gute Kommunikation und Beratungsarbeit in kommunalen Krisensituationen?“ moderierte Andreas Tietze (Aktion Zivilcourage e. V.).
    Erster Impulsgeber war der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) Rene Wilké. Herr Wilke nahm die Teilnehmenden mit auf seine von zahllosen Aktivitäten geprägte Arbeit während der Corona-Zeit und verdichtete diese Erkenntnisse in einprägsamen Aussagen, wie „Verantwortung endet nicht bei der Zuständigkeit“.
    Sebastian Reißig (Geschäftsführer Aktion Zivilcourage e. V.), ergänzt durch Herrn Tietze, sprachen über Gelingensbedingungen bei der Durchführung von Veranstaltungen mit Kon-fliktpotenzial. Sie konnten sich auf Erfahrungen beziehen, die sie in der Hochphase der Zu-wanderungsdebatte gesammelt hatten. Ihr analytisches Vorgehen gab den Teilnehmenden viele gute Ideen mit auf den Weg.

    Das Forum A „Die Menschen mitnehmen im ländlichen Raum: Probleme, Sprache und Dia-log“ konnte mit Frau Marion Prange (Bürgermeisterin Ostritz) und Herr Bernd Stracke (Institut B3) zwei profunde Kenner darüber zu Wort kommen lassen, wie es ist, wenn ein Ort „auf einmal“ begehrter und bundesweit bekannter Anlaufpunkt für rechtsextremistische Aktivitäten wird. Das sehr couragierte Vorgehen der Kommune zeigte einerseits auf, wie mit einer solchen Entwicklung umgegangen werden kann, andererseits aber auch wieviel Kraft, Ausdauer und Enthusiasmus erforderlich ist.
    Frau Susanne Springborn (Landessportbund BB) referierte sehr anschaulich und beispielhaft zur Rolle des Sportvereins im lokalen (Sozial-)Raum. Mit ihren Ausführungen gab sie lebensnahe Einblicke in Probleme, die wohl keine Einzelfälle mehr sind. Sie konnte dabei deutlich machen, wie wichtig zuallererst die Kommunikation ist.
    Moderiert wurde dieses Forum von Markus Klein (Geschäftsführer demos).

    Das Forum B „Gesellschaft & Corona: Wie gelingt gute Kommunikation und Beratungsarbeit in kommunalen Krisensituationen?“ moderierte Andreas Tietze (Aktion Zivilcourage e. V.).
    Erster Impulsgeber war der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) Rene Wilké. Herr Wilke nahm die Teilnehmenden mit auf seine von zahllosen Aktivitäten geprägte Arbeit während der Corona-Zeit und verdichtete diese Erkenntnisse in einprägsamen Aussagen, wie „Verantwortung endet nicht bei der Zuständigkeit“.
    Sebastian Reißig (Geschäftsführer Aktion Zivilcourage e. V.), ergänzt durch Herrn Tietze, sprachen über Gelingensbedingungen bei der Durchführung von Veranstaltungen mit Kon-fliktpotenzial. Sie konnten sich auf Erfahrungen beziehen, die sie in der Hochphase der Zu-wanderungsdebatte gesammelt hatten. Ihr analytisches Vorgehen gab den Teilnehmenden viele gute Ideen mit auf den Weg.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die sich in diesen Fachtag so professionell eingebracht haben, allen voran den Referierenden und Impulsgebenden sowie der Moderatorin Frau Ute Radüg und unseren Forum-Moderatoren.

Die Rückmeldungen bestätigen uns in der Wahrnehmung, dass der Fachtag sehr viele spannende und reflektierte Perspektiven bot. Der allseits als notwendig anerkannte Meinungsaustausch zum Thema „Demokratiestärkung in der heutigen Zeit“ findet in ihnen eine sehr gute Grundlage. Hervorgehoben worden ist in den Feedbacks ausdrücklich der praxisbezogene Austausch in den Foren, der durchaus noch hätte länger gehen können.

Mit Blick auf den Anspruch oder das Ziel der Veranstaltung lässt sich aus den Rückkopplungen schließen: Es hat sich gelohnt!

Die Zusammenfassung der Ergebnisse steht Ihnen auf der Webseite https://fachtag-lpr.de/ zur Verfügung (die Webseite ist ein gemeinsames Informationsangebot der Landespräventionsrate von Sachsen und Brandenburg anlässliches des Fachtages).

Unser herzlicher Dank gilt allen, die sich in diesen Fachtag so professionell eingebracht haben, allen voran den Referierenden und Impulsgebenden sowie der Moderatorin Frau Ute Radüg und unseren Forum-Moderatoren.

Die Rückmeldungen bestätigen uns in der Wahrnehmung, dass der Fachtag sehr viele spannende und reflektierte Perspektiven bot. Der allseits als notwendig anerkannte Meinungsaustausch zum Thema „Demokratiestärkung in der heutigen Zeit“ findet in ihnen eine sehr gute Grundlage. Hervorgehoben worden ist in den Feedbacks ausdrücklich der praxisbezogene Austausch in den Foren, der durchaus noch hätte länger gehen können.

Mit Blick auf den Anspruch oder das Ziel der Veranstaltung lässt sich aus den Rückkopplungen schließen: Es hat sich gelohnt!

Die Zusammenfassung der Ergebnisse steht Ihnen auf der Webseite https://fachtag-lpr.de/ zur Verfügung (die Webseite ist ein gemeinsames Informationsangebot der Landespräventionsrate von Sachsen und Brandenburg anlässliches des Fachtages).