18.07.2019Zwei Fliegerbomben in Oranienburg erfolgreich entschärft | Nr. 072/2019

Neues Fenster: Bild - Kampfmittelbeseitigung Treidelweg - vergrößern Oranienburg

Oranienburg – In Oranienburg (Landkreis Oberhavel) sind heute zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Hierzu erklärt Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter:

“Hut ab vor André Müller und seinem Team! Wieder einmal haben die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gezeigt, welch hochprofessionelle und ausgezeichnete Arbeit sie leisten. Gleich zwei Weltkriegsbomben wurden heute entschärft, das verdient den allerhöchsten Respekt. Oranienburg ist damit um zwei Gefahren ärmer. Weitere Entschärfungen werden leider unvermeidlich sein. Das explosive Erbe des Zweiten Weltkriegs ist noch lange nicht bewältigt – ganz besonders in Oranienburg. Umso wichtiger ist es da, dass wir uns auf die Profis des Kampfmittelbeseitigungsdienstes immer verlassen können. Mein Dank geht auch an alle Helferinnen und Helfern der Stadt Oranienburg, der Polizei, der Feuerwehr und den Hilfsorganisationen. Ich danke auch allen Bürgerinnen und Bürger von Oranienburg, die wieder einmal gewohnt besonnen und ruhig eine Evakuierung mitgemacht haben.“

Die beiden Bomben amerikanischer Bauart wogen jeweils 500 Kilo und waren am Treidelweg gefunden worden. Vom Sperrbereich waren nach Angaben der Stadt etwa 5.100 Menschen betroffen. Auch der Bahnverkehr musste unterbrochen werden. Den Angaben zufolge handelte es sich um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten.

In Oranienburg haben die Alliierten auf einer Fläche von rund 40 km² in den Jahren 1940 bis 1945 über 21.000 Spreng- und Brandbomben auf ausgewählte Ziele abgeworfen. Das entspricht einer Bombenlast von über 3.000 Tonnen. 50 Tonnen Sprengstoff oder rund 300 Großbomben werden heute noch im Boden vermutet.

Brandenburg weist trotz aller Anstrengungen immer noch den höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten aller Bundesländer auf. Neben den militärisch genutzten Flächen bzw. Konversionsflächen stehen immer noch rund 350.000 Hektar zivil genutzter Fläche unter Kampfmittelverdacht. Lokale Schwerpunkte bilden nach wie vor Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie oder der Bereich südlich Berlins.

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Zwei Fliegerbomben in Oranienburg erfolgreich entschärft

Verantwortlich: Ingo Decker

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